Vom evangelischen Lesen, vom Weiterlesen, vom antwortenden Lesen

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Vortrag von Prof. Michael Trowitzsch

Ein Gebet antwortet dem Text.

Alles entscheidet sich daran, wer redet. Christus spricht. Christus ist es, der ein Gleichnis erzählt.

 Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwären und begehrte, sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tische fiel; dazu kamen auch noch die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, dass der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun bei den Toten war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, dass er das Äußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, dass, die da wollen von hier hinüberfahren zu euch, könnten nicht, und auch nicht, die von dort zu uns herüberkönnen. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, dass er sie warne, auf dass sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; lass sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten aufstünde. (Lk 16,19-31)

 

Weiter! Weiter! Erzähl weiter, Jesus Christus! Sprich weiter, flammender Erzähler! Wir sind voller Ungeduld. Nein, wir wollen dich nicht unterbrechen – auf keinen Fall! Wie geht es weiter mit dieser Geschichte? Sie ist ja ganz unabgeschlossen. Am Schluss erstarrt sie. Wie eingefroren erscheint sie, in höllischer Kälte. Einen Moment lang stockt ihr Atem – für immer? Jesus Christus erzählt die Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus. Aber – mit Abrahams Worten ist die Sache für Christus, diesen geheimnisvollen Erzähler, nicht erledigt. Wir sind ja nicht die Knechte eines Einzeltextes und seiner Abgrenzung mit Anfang und Ende. Jesus Christus, flammender prophetischer Erzähler, wir wollen dich um Gottes willen ausreden lassen. Was du von dir aus sagst, wollen wir hören. Was wir bisher gehört haben, das war ja nur Abrahams Antwort auf die Bitten des reichen Mannes. Abraham ist es, der in dieser Erzählung zunächst das letzte Wort hat. Ist es, wenn man sie hier abbricht ... ist es dann schon eine endgültige Geschichte, eine Gottesgeschichte? Nein, noch nicht. Jesus Christus, Herr unseres Lebens, Herr unseres Todes, du bist mehr als Abraham. Du bist mehr als Salomo, mehr als Mose und Elia. Du bist der wahre Gott, der endgültige Mensch, Licht von Licht, die eine Wahrheit, der große Erlöser. Wir appellieren an dich! Wir appellieren dringlich an die höchste Instanz. Erlöse diese Geschichte aus ihrer höllischen Kälte! Wir sind ja hier gemeint. Wir sind der reiche Mann. Uns begleitet der jederzeit sprungbereite Gedanke an den eigenen Tod. Wohin gehen wir? In welches Land treten wir hinüber, wenn wir sterben? In das dunkle Land ohne Wiederkehr? Woher kommt aber das ganz geheime Grauen in der Tiefe unserer Seele? Manchmal greift es zu. Und die von uns so sehr geliebten Menschen, die schon gestorben sind? Sie haben wohl in Deutschland gelebt und nicht, sagen wir, in Schwarzafrika – und also waren sie reich. Wir sind reich. Wie geht es weiter mit Abraham und jenen fünf Brüdern, mit dem reichen Mann in der ewigen Qual und dem armen Lazarus? Wie lautet nun deine Antwort, deine eigene Antwort auf die Bitten des armen reichen Mannes? Um Gottes willen – deine Antwort, Jesus Christus! Du hast noch nicht alles gesagt. Gott sei Dank, unendlich viel folgt noch, sogar das Entscheidende kommt noch. Die erzählte Geschichte ist noch nicht zu Ende. Wir hören sie nun wie Kinder, die bei jeder kleinen Erzählpause fragen: Und dann? Und nun hat eben in deiner Erzählung Abraham geantwortet auf die Bitte des reichen Mannes – und wir fragen: Und dann? Erzähl weiter! Ist es eine Gottesgeschichte? Noch nicht. Aber sie wird es, Gott sei Dank. Du erlöst diese Geschichte. Dann kommt sie frei. Die Hauptsache ist in dieser Sache noch nicht gesagt. Was ist diese Hauptsache? Und wie war es, als du die Geschichte erzählt hast vom reichen Mann und armen Lazarus? Wie sie so ganz unversöhnt endet? Wie mag deine Stimme beim Erzählen gebebt haben. Wie der reiche Mann in seiner Qual ruft: „Erbarme dich mein!“ Wie oft hast du das selber gehört, man rief es dir flehentlich zu: „Erbarme dich mein!“ Man ruft es dir heute zu, unendlich häufig. Dein Herz ist nicht kalt. Man kann es rühren, sogar leicht. Ja, du redest weiter. Was wird mit diesem Mann? Was wird aus mir? Tatsächlich, wie wunderbar: die Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus – du führst sie fort. Aber wie überraschend, wie tief und bewegend, wie verwunderlich! Die Hauptsache ist mit den Worten Abrahams eben noch nicht erreicht. Was geschieht? Eine unvergleichliche, ganz unverhoffte Fortschreibung! Es geht weiter. Mit dir selber, mit deiner Person, schreibst du die Geschichte fort. Nein, sie bleibt nicht unversöhnt, der Abgrund schließt sich. Selber kommst du in die Situation des armen Lazarus, dann bist du der arme Lazarus-Jesus, die gepeinigte Majestät. Dann stößt man dich zu Boden. Man schlägt dir ins Gesicht. Man kostümiert dich höhnisch als den reichen Mann. Man kleidet dich mit Purpur und setzt dir eine Krone auf. Und dann stirbst du am Kreuz von Golgatha, dann beginnt die Höllenqual, dann leidest du Pein wie der reiche Mann in der Erzählung. Du wünschst, dass dir jemand die Zunge kühlt. Du trittst ein in deine eigene prophetische Erzählung vom reichen Mann und armen Lazarus. Ja, das ist eine prophetische Erzählung! Eine seltsame, unmittelbare, tödliche Prophetie. Du hast – in einem ganz tiefen Grund – du hast in Wahrheit von dir selbst gesprochen. Du begibst dich hinein in diese Geschichte. Du ziehst sie dir an. Du ziehst dir eine höllische, eine himmlische Geschichte an. Du verkörperst sie. Du füllst die Geschichte aus – mit eigenem Leben und Sterben. Dann kommt Barmherzigkeit dazu, tiefe Liebe – das Entscheidende, endlich. Dann brichst du diese Geschichte in Liebe auf. Du brichst ihren Bann. Du bist beides: du bist Lazarus, du bist aber ebenso der reiche Mann in der höllischen Qual. Aber erlitten wird der Fluch an unserer Stelle, für uns – so dass das Verderben von uns abgewendet wird. Eine ungeheuerliche Wendung jener Geschichte! Weiter! Weiter! Herr unseres Lebens, du redest ja weiter. Wer sind wir, dass wir dich unterbrechen wollten! Es wäre ein Wahnsinn. Abraham behält hier nicht das letzte Wort. Mit einer letzten Hingebung redest du weiter: nicht mit Worten, sondern mit deinem Sterben. Mit deinem Sterben für mich. Jesus Christus, erbarme dich mein! Und dann? Und dann? Du stehst auf von den Toten. Weg dann mit der befestigten Kluft zwischen hier und dort, zwischen dem Ort des Friedens hier und dem Ort der Pein dort! Für immer weg damit! Weggebrochen und verbrannt der Höllen Pfort. Ja – „du hast zerstört der Höllen Pfort“. Gelöscht die höllische Qual. Zum Verschwinden gebracht und getilgt und zertreten zuletzt der Tod, der letzte Feind! „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ Dann sind wir alle ein Fall für Gottes Herrlichkeit, wir alle: die fünf Brüder, die fünf Schwestern, die Geschwister des reichen Mannes, die Geschwister des Lazarus... Sprich weiter, Herr! Dann ein unvergleichliches Wunder, eine Lichtflut: du stehst auf von den Toten! Du lebst – als Herr über den Tod. Du öffnest uns den Sinn der biblischen Texte. Auch diese Geschichte vom reichen Mann und vom armen Lazarus hebst du auf und erlöst sie, du hebst sie empor, du hältst sie ans Licht, an das Licht des Ostertages, des Sieges über den Tod und die Hölle. Du lehrst uns neu lesen, das barmherzige Lesen im österlichen Licht, das Lesen des barmherzigen Buches. Das evangelische Lesen. Das Weiterlesen. Ohne vorzeitiges Abbrechen. Du segnest uns mit der Eröffnung unserer Augen. Du sprichst mit uns. „Seid ohne Sorge!“, sagst du. „Ihr Geschwister des Lazarus und des reichen Mannes, seid ohne Sorge! Ich sorge für euch. Fürs Jenseits ist gesorgt. Aber das Diesseits: mit dem, wofür ihr eurerseits auch sorgen könnt? Die so verletzliche Schöpfung? Die Bereiche eurer Verantwortung? Ihr, die ihr ohne Sorge sein könnt – wie geht ihr aber um mit den Armen unter euch? Da liegen sie vor eurer Tür, und die Hunde lecken ihre Schwären, und sie können sich der Fliegen auf ihren Augen nicht erwehren. Ihr liefert aber Waffen und immer mehr Waffen...“ Jesus Christus, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Herr unseres Lebens und Herr unseres Todes, erbarme dich unserer Schande! Kyrie eleison! Gib uns die Kraft zum Verzicht, lehre uns das Teilen, endlich! Lass uns das Teilen als eine Möglichkeit ehrlicher Dankbarkeit entdecken. Mach uns erfinderisch, dass wir ganz neue Formen wirtschaftlichen Handelns und Denkens erfinden, neue Formen, die die Armen nicht immer nur von dem leben lassen, was von der Reichen Tische fällt. Beende unsere egoistische ökonomische Dummheit! Tilge sie aus, die planetarische Geldfratze, das globale Rattenrennen. Und dann zuletzt, dann lass auch, trotz allem, trotz allem, den reichen Mann – dann lass doch auch uns – einen Fall für deine Herrlichkeit sein! Sprich uns in deine Herrlichkeit hinein! Sprich uns von der Zukunft, vom dunklen Land gegenüber. Du hast so viel davon zu sagen. Das dunkle Land ohne Wiederkehr gehört ja dir. Du kommst uns ja in Liebe entgegen, und die Tränen werden abgewischt von unseren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. Das wird die endgültige Geschichte sein, die Gottesgeschichte. „Erhebet eure Häupter“, sagst du, „weil sich eure Erlösung naht! Keine Sorge. Habt keine Sorge. Ihr sollt im Licht leben, in Geborgenheit und Freiheit – und tiefen Atemraum schließe ich euch auf.“ –

 

Wir sind voller Ungeduld. Wir lesen weiter. Wir hören voraus. Jeden biblischen Text lesen wir weiter – bis zum Kreuz Jesu Christi, bis zur Gnade: bis zu seinem Fürbittgebet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Es ist die Fürbitte für uns. Uns muss vergeben werden. Wir sind es, die nicht wissen, was sie tun.

Wir lesen weiter: bis zu seinem Sterben für uns, für die Sünder und Gottlosen, bis zur Gnade: bis zur Auferstehung Christi, bis zum österlichen Licht. Sei der Text noch so dunkel und entsetzlich. Nein, wir sind nicht die Knechte und Sklaven von Einzeltexten. Wir sind die seligen Knechte Jesu Christi, des für uns Auferstandenen.

 

2. Eine Meditation antwortet dem Text.

Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet.

Wahrlich, ich sage euch:

Er wird sich aufschürzen (er wird sich den Schurz umbinden,

den der Sklave beim Tischdienst trägt) und wird sie zu Tisch bitten

und zu ihnen treten und ihnen dienen. (Lk 12,37)

 

In der unerhörten Erzählung der Fußwaschung sehen wir den Herrn als Knecht, den wahren Gott: der seine Herrlichkeit darin beweist, dass er den Sklavenschurz anlegt (Joh 13,4), um für die da zu sein, die ihn verlassen und verleugnen und verraten, die sich gegen ihn auflehnen und denjenigen „aus der Welt drängen“ (Bonhoeffer), der, meinen sie, überhaupt nicht hätte anwesend sein dürfen.

Nach dieser beispiellosen Verheißung aus dem Lukasevangelium steht aber auch noch das ewige Leben im Zeichen des Dienstes Christi – der sich in erneuter Aufnahme der Fußwaschung auch ein andermal das Sklavengewand umtun wird.

Die Wiederkunft Christi – zum Dienst? Kann das denn wahr sein? Der Weltenrichter mit der Sklavenschürze?

Gibt es entsprechende Darstellungen der Kunstgeschichte? Von der Wiederkunft zum Gericht kennen wir viele, am bekanntesten wohl die Darstellungen bei Michelangelo und bei Rubens. Auf der einen Seite, „rechts vom Herrn“, Menschen, die in das ewige Leben gerückt werden, auf der anderen, erst eigentlich faszinierend, ungleich fesselnder, abwechslungsreicher, malerisch ergiebiger, klebrige Klumpen von Fleisch, die in die Hölle stürzen. Christus aber, oben, ist ersichtlich der Repräsentant des selektierenden Zornes Gottes (Röm 1,18-3,20; ohne 1,17 und 3,21).

Überwältigende Kunst der Menschheitsgeschichte – doch ungehorsam der bedingungslos zu folgenden und einzuhaltenden Entwicklungslogik und Bewegungsgewalt des Neue Testaments bis zur Versöhnung, „als wir noch Sünder waren“ (Röm 5,8), „als wir noch Feinde waren“ (Röm 5,10), als er „für uns Gottlose gestorben“ ist (Röm 5,6), bis zur Auferstehung des Gekreuzigten. Vorzeitig abbrechend, nicht weitergelesen, nicht evangelisch gelesen, darum der Sache nach entsetzlich verfehlt, Nahrung dann für Gerichts- und Höllenangst.

Die Vorstellung vom Jüngsten Gericht darf nicht von Einzelworten und Gleichnissen Jesu abgeschrieben werden. Um Gottes willen! Die Einzelworte aus den Gleichnissen Jesu (die Qual des reichen Mannes, Lk 16; das „Heulen und Zähneklappern“ von Mt 8,12; 13,42.50 u.ö.; die ewige Pein von Mt 25,41.46 etc.) dürfen nicht herausgerissen werden aus ihrem neutestamentlichen Zusammenhang. Die Evangelien laufen auf Kreuz und Auferweckung Christi zu. Erst dort wird klar, was hätte geschehen müssen, was dann aber sehr anders tatsächlich geschehen ist.

Die entsetzlichen Vorstellungen machen augenfällig, wie es sein müsste, was der Sünder verdient hätte, wie die Zukunft nach ihm schnappen und ihn fressen müsste – wenn der Gottessohn nicht stellvertretend die Sünde der Welt trüge und der „Schuldbrief“ nicht an das Kreuz geheftet wäre (Kol 2,14) und wenn Gott der Vater den liebevollen Christus nicht von den Toten auferweckte und seine Bitte „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34) nicht erhört hätte. Müsste, hätte, wäre... Irrealis. Das bereits Niedergeschlagene.

Jene Vorstellungen erweisen sich als unzeitig, überholt und abgetan und für alle Zeit erledigt, als unvermeidliche und unverzichtbare Bilder dessen, was hätte sein können und müssen, woraus der Herr als Knecht aber durch seine Hingabe, durch seine eigene Höllenfahrt, gerettet hat – als er für sich (damit an ihnen endgültig der Kelch vorüberginge) die Verwerfung wählte, die der Sünder hätte erleiden müssen, den Fluch (Gal 3,13), das tierische Heulen und Aufeinanderschlagen der Zähne, das Verstummen des Gotteslobs. Also: nicht verweilen, nicht stocken, abbrechen und den einzelnen Text herausschneiden (die „Perikope“, das Herausgeschnittene)! Die Angst wüchse unermesslich. Stattdessen: Unbedingt die Berechtigung jener unvermeidlichen Bilder anerkennen, aber ihrem Davoneilen erleichtert und erschrocken zugleich folgen und insofern jedesmal über sie hinausgehen. Weitergehen, weiterlesen, evangelisch lesen: im Sinne des Evangeliums. Ohne das Weiterlesen müsste ersticken, der dann dem Weg des Neuen Testamentes, aber damit auch dem Weg Christi selbst eben nicht nachgegangen wäre, der eigenmächtig die Nachfolge abgebrochen und die letzten Kapitel der Evangelien herausgerissen hätte.

Sein Weg muss vom Ende her gelesen werden, umso mehr die Schreckensbilder (die in einem zwingenden Bedeutungsverlauf stehen).

Wer ist der Herr des Jüngsten Tages, des Weltgerichts? Der gekreuzigte Gott. Bei denen im Höllensturz, ganz unten. Bis zuletzt behält der als Einziger zum Urbösen Gestürzte seine Solidarität bei. Dort wartet der Gott mit dem Sklavenschurz, um ihnen, den Stürzenden, in Ewigkeit zu dienen. Von keiner Macht der Welt kann mehr umgeworfen oder niedergestoßen werden, dass dieser Herr und Untertan und Sklave ihr Nächster ist.

Wir wollen evangelisch lesen. Wir wollen bis zum Ende lesen, bis zu Jesus Christus, der auf uns wartet, ganz unten. Niemand kann tiefer fallen. „Versuchte ich mich in der Hölle zu betten, so bist du da.“ (Ps 139,8) Wir wollen evangelisch lesen: bis zu diesem großen Du.

 

 

Prof.em. Dr. Michael Trowitzsch

Brunnenstr. 28A

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michael.trowitzsch@uni-jena.de